Sterilfiltration

Sterilfiltration als Sofortmaßnahme bei Legionellenbefall


Sterilfiltration ist beispielsweise bei einem Legionellenbefall eine sehr wirksame und einfaches Sofortmaßnahme. Durch Verwendung eines Sterilfilters kann die Ausbreitung dieses gefährlichen Bakteriums unmittelbar gestoppt werden. Dazu werden spezielle Sterilfilter als Hohlfasermembran mit einer Porengröße von 0,2 Mikrometern verwendet. Diese Filterelemente werden als sog. endständige Wasserfilter direkt an den Wasserentnahmestellen wie Wasserhähnen oder Duschen installiert. Durch diese Sterilfilter werden die Legionellen aus dem Wasser zurückgehalten, sodass das Wasser sicher verwendet werden kann, ohne dass es zu einer Infektion kommt.


Sterilfiltration ist besonders in Bereichen mit hohem Risiko, wie Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen, wichtig, da hier immungeschwächte Personen besonders gefährdet sind. Die Installation solcher Filter kann schnell und unkompliziert erfolgen und bietet sofortigen Schutz, bis langfristige Maßnahmen zur Beseitigung des Legionellenbefalls umgesetzt werden können.


Wasser-Schnelltests auf Legionellen: Mit dem MiniLAB-Wassertest kann eine Wasserprobe innerhalb von 48 Stunden vor Ort auf Legionellen getestet werden, ohne sie ins Labor zu senden. Der Test liefert Ergebnisse in Laborqualität. Er besteht aus einem wiederverwendbaren Mini-Labor und einem Einweg-Testkit, das für jeden Test neu erworben werden muss. Das Mini-Labor enthält einen Inkubator sowie wiederverwendbare Materialien wie Spritzen und Verschlusskappen. Der Inkubator gewährleistet eine stabile Temperatur zur Vermehrung der Keime in der Probe.

Die Filtration von Wasser mit Hohlfasermembranen ist ein wichtiges Verfahren zur Hygienesicherung. Es wird zwischen Mikrofiltration bis 0,1 µm und Ultrafiltration bis 0,02 µm unterschieden. Es werden alle nicht im Wasser gelösten Stoffe und Partikel, insbesondere auch alle Arten von Mikroorganismen und Keime wie Bakterien und Viren gefiltert.


Eine Hohlfasermembran besteht aus vielen dünnen Fasern mit einer zylindrischen Form. Die Fasern werden aus verschiedenen Materialien wie wie Polysulfon, Polyethersulfon, Celluloseacetat oder Polyvinylidenfluorid hergestellt und zu Bündeln zusammengefasst in Kartuschen montiert. Eine einzelne Hohlfaser ist porös und hat dadurch viele kleine Poren mit einer Größe im Bereich von 0,1 bis 0,02 Mikrometern. Die Faser ist dadurch je nach Porengröße und Membranmaterial nur für bestimmte Teilchen oder Moleküle durchlässig. Bei Hindurchfließen einer Flüssigkeit werden also alle Partikel bzw. Teilchen größer als die Porengröße zurückgehalten und können die Membran nicht passieren. Aufgrund der hohen spezifischen Oberfläche und porösen Struktur sind Hohlfasermembranen eine sehr effektive Barriere für bestimmte Teilchen und Moleküle, insbesondere alle Arten von Mikroorganismen und Keimen.


Es muss zwischen normalen Ultrafiltrationsmembranen und Membranen zur Sterilfiltration unterschieden werden. Die normalen Ultrafiltrationsmembranen sind für eine Partikelreduktion zur technischen Wasseraufbereitung mit einem bakteriologischen Rückhalt von ca. 99% geeignet. Für eine Sterilfiltration mit einer garantieren Rückhaltung von Keimen müssen diese speziellen Hohlfasermembranen vom Hersteller speziell auf einen Rückhalt von mindesten 5 LOG-Stufen, also >99,999% getestet und freigegeben werden. Die Reduktion von Keimen wird in LOG-Stufen angegeben. Eine LOG-Stufe entspricht dabei einer Reduktion von Keimen um eine Zehnerpotenz. Bei einer 1 LOG10-Stufe werden die Keime um 90% reduziert, d.h. von ursprünglich 100 Keimen (= 10x10) haben nur 10 Keime überlebt. Eine 2 LOG10-Stufe entspricht einer 99%-Reduktion und damit der Wirkung von Seife beim Händewaschen. Von einer Desinfektion spricht man im nicht-medizinischen Bereich ab einer Reduktion von 4 LOG10-Stufen, also 99,99%. Bei dieser Reduktion überlebt von 10.000 Keimen nur ein einziger Keim. Im medizinischen Bereich wird ab 7 LOG10-Stufen von einer Sterilfiltration gesprochen.